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Sabine Hueck

Küchenartistin

Sabine Hueck | São Paulo in Berlin

       04. Februar 2011       

Wer einmal bei dir zum Essen war, kommt immer wieder. Mischt du Drogen unter die Gerichte?

Nicht gerade Drogen, nur Gewürze. Die verwende ich nach einem uralten Familienrezept, das unter sieben Siegeln gehütet wird. Dazu kommen ja natürlich noch gute Stimmung, passender Sektempfang, die richtige Gästekonstellation, sehr gute Musik, Kerzen und Liebe zum Kochen oder Anrichten. Auf das Fünf-Gänge-Menü kommt es hauptsächlich nicht immer an, sondern auf die Zuwendung und die Zeit für die Gäste. Man darf nicht, wie es häufig vorkommt, Gastfreundschaft inszenieren. Eine gute Gastgeberin oder ein guter Gastgeber muss die Gäste wirklich mögen.

 

Wie würdest du deine Küche bezeichnet? World Cuisine, Brazilian Food?

Meine Küche ist angelehnt an die Vielfalt der frischen Küche aus São Paulo. Als die Immigranten aus Japan, Italien, Syrien/Libanon oder Deutschland dorthin auswanderten, mussten sie mit neuen Methoden und Zutaten kochen. Das, was hier seit ein paar Jahren „Fusion“ genannt wird, erlebte ich schon in meiner Kindheit, aber vor authentischem Hintergrund. Es sind keine „erfundenen“ Gerichte, wie die, die sich Köche hier in vielen Restaurants ausdenken, sondern Methoden und Mischungen, die sich über viele Jahrzehnte entwickelt haben und gepflegt werden. So wird, zum Beispiel bei uns die Caponata mit Okraschoten (natürlich ohne Schleim) kräftiger gewürzt als in Italien. So hält sie sich länger im Kühlschrank und ist mit Brot zwischendurch ein Genuss.

 

Ein weiterer Genuss sind deine Pralinen und Torten. Warum kannst du so etwas überhaupt?

Das habe ich als Kind in den Ferien und Wochenende von meiner Oma aus Berlin gelernt. Das Backen ist gewiss nicht die Stärke der Berliner, aber sie war seinerzeit eine sehr moderne Frau, die hervorragende Backbücher besaß. Ihr persönliches Rezepteheft wurde mir auch vererbt. Sie hatte eine kleine Konditorei in einem Badeort in der Nähe von São Paulo. Die Leute reisten zwei Stunden hin um die „deutschen“ Köstlichkeiten zu genießen. Statt Erdbeeren, Rhabarber oder Kirschen gab es eben Sternfrüchte, Ananas und saftige Mangos. Ich bin also morgens immer am Strand baden und spielen gegangen und habe nachmittags freiwillig in der Backstube geholfen.

 

Warum eröffnest du kein Café oder ein Restaurant?

Bei meiner Freude daran zu kochen und Gäste zu empfangen, wäre es unfair, noch Geld dafür zu verlangen. Nein, das ist nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit fürchte ich ein wenig, dass ich als Restaurant- oder Cafe-Eigentümerin viel mehr verwalten muss als kreativ kochen darf.

 

Früher hast du mal ein Catering-Unternehmen geführt, Kochkurse gegeben, heute schreibst du Kochbücher. Warum denn das?

Das sind immer wieder Phasen. Ich habe in der letzten Zeit so viele tolle Rezepte erforscht, gesammelt und weiterentwickelt, dass ich diese einfach dokumentieren und verbreiten möchte. Im Moment brauche ich einfach diese Auszeit, wobei die Kochkurse und mein Catering weiterlaufen, nur jetzt auf kleiner Flamme. Im Mittelpunkt sind jetzt die Kochbücher. Das Gefühl, die Ergebnisse aus meinen gastronomischen Reisen und die damit verbundenen Kocherlebnisse anderen Menschen zugängig zu machen ist unbezahlbar!

Wie lange hast du für die Fertigstellung von "Höllisch scharf und himmlisch süß" benötigt?

So lange, wie es gedauert hat, bis meine Freundin Margit Knapp kochen gelernt hat, das war ja ein sehr schöner Prozess mit allen Tiefen und Höhen, was im Buch von ihr humorvoll geschildert wird und wirklich so stattgefunden hat. Margit Knapp als Buchautorin und Filmmacherin meinte, sie könnte nicht kochen, ihre Speisen kamen aus der Tiefkühltruhe. Das konnte ich einfach nicht akzeptieren. Mit viel Spaß und kleinen Tricks habe ich sie nach und nach zur Freude am Kochen gebracht. Ich bin sehr stolz darauf, und sie natürlich auch!

 

Wer dich kennt, weiß in welchem rasanten Tempo du kochst. Wie war das denn bei den Süßspeisen im Frauenkochbuch?

Als Ulf Meyer zu Kueingdorf mich einlud die Desserts für dieses Buch mitzumachen, meinte er, es MUSS lecker, kalorienarm und leicht sein. Das passte auch gut, denn so koche ich ja. Es sind schöne Rezepte: Tonka-Schokomousse ohne Sahne, Knusprige im Ofen gebacken Apfeltäschlein, die so leicht sind, dass ich manchmal den ganzen Blech aufesse. Maracuja-Sorbet und Champagner- Hibiskus-Gelee, zwar ein wenig aufwendiger, aber es geht auch anders. Nicht alle Nachköchinnen müssen ja den Hibiskussirup, so wie ich selber herstellen – vieles gibt es ja heute glücklicherweise schon in gut sortierten Gourmetläden zu kaufen!

 

Außerdem siehst du auch noch gut aus. Warum schreibst du im stillen Kämmerlein Kochbücher und trittst nicht im Fernsehen auf?

Das Fernsehen ist eine Welt für sich mit Tücken und eigenen Regeln. Aber ich würde es nicht ausschließen, wenn Konzept und Angebot stimmen würden.

 

Du schreibst schon wieder an einem Kochbuch?

Es heißt COCINA SABINA - es werden meine Lieblingsrezepte auf 160 Seiten mit über 80 Fotos vorgestellt. Von den 15 letzten Kochkurs-Jahren in Berlin und auf meinen Reisen habe ich ein Archiv von über 300 von mir zusammengestellten Rezepten gesammelt. Eine Auswahl erscheint um Ostern herum in Buchform bei Tre Torri Verlag.

 

Was ist dein derzeitiges Lieblingsgericht?

Mmm, habe ich letzte Woche den Verlag gesendet: Knusprige Palmenherzenrollen, umhüllt von Parmesan-Kohlrabiblättern mit einer Pesto Marinade – ein Gedicht. Da hatte ich einen guten Tag und dieses Rezept schafft es auch ins Buch!

 

www.sabinehueck.de

 

            


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