Gerade haben zwei Restaurants eröffnet:
La Soup Populaire und Soya Cosplay.
Nun kursiert das Gerücht,
dass die Tage von Goldneun
am Alex gezählt sind. Sehr schade!
Gerade haben zwei Restaurants eröffnet:
La Soup Populaire und Soya Cosplay.
Nun kursiert das Gerücht,
dass die Tage von Goldneun
am Alex gezählt sind. Sehr schade!
Wieder was Neues im alten Westen!
Die Vesper Bar eröffnet heute Abend
am Kurfürstendamm 160. Nur
geladene Gäste sind heute willkommen,
ab morgen kann jeder in die Bar im Bond-Stil.
Gesundheit
25. März 2013
Gut, in Ordnung, ich gebe es zu: Man muss mich schlecht behandeln, damit ich zu Hochform Auflaufe. Kaum gibt es ein bisschen Stress, spielen meine Endorphine verrückt, das Adrenalin rauscht mir durch den Kopf und ich bin voll da. Das funktioniert im Privaten genauso wie im Job. Auch in meiner Freizeit brauche ich den Anschiss. Den hole ich mir alle drei bis vier Tage von meiner Personaltrainerin. Sie quält mich und lacht dabei. Ich hasse es und liebe sie gleichzeitig dafür. Doch warum lasse ich mich von einem gut aussehenden, durchtrainierten Mädchen derart anbrüllen und schinden?
Im Grunde bin ich ein Faultier, ein Höhlenwesen, der klassische Cocooningtyp. Am besten geht es mir auf der Couch, wahlweise mit meinem Liebsten oder einer Dose Schokoeis. An besonders guten Tagen gönne ich mir auch beides. Streitereien und Anschreien mag ich auch überhaupt nicht. Dennoch renne ich zum Training und freue mich sogar darauf. Selbst in der Umkleide bin ich noch euphorisch, wenn ich in meine neue Sportsachen schlüpfe. Doch sobald das Training beginnt, will ich wieder weg. Weit weg. Auf eine ferne Insel, an einen ruhigen Ort nur weg von der Furie, die mich antreibt. Aber ich bleibe. Ich beiße. Ich renne. Ich stemme. Ich überwinde meinen inneren Schweinehund und ich quäle mich bis zum Erbrechen. Tatsächlich ist mir das auch schon passiert bei den CrossFit Übungen und taktischen Kommandos, zu denen sich sonst Soldaten und Eliteeinheiten quälen.
Meine Ernährung hat sie mir auch umgestellt, von Schokoeis kann ich nur noch träumen. Paleo nennt sich das und zu essen gibt es alles, was man auch roh verspeisen könnte. So haben sich auch die Steinzeitmenschen schon ernährt, sagt sie. Hört sich schlimmer an, als es ist. Tatsächlich schmeckt es sogar sehr gut und ich kann mir mittlerweile kaum noch etwas anderes vorstellen.
Nach manchen Sessions kann ich kaum noch laufen, krieche gerne mal in die Umkleide oder weigere mich einfach aufzustehen. So sehr schmerzt es. Am schlimmsten ist es nach dem Training, wenn ich zu Hause noch in den 5. Stock laufen muss. Einmal musste mich mein Freund aus dem 3. Stock abholen und fast nach oben tragen, weil meine Beine nicht mehr wollten.
Warum macht die Irre das, fragt man sich. Eine sehr gute Frage, die ich nicht beantworten kann.
Aber ich versuch es mal: Vielleicht sind es diese Momente zu Hause, nach dem Training, wenn ich in die heiße Wanne steige und meine geschundenen Muskeln ausstrecke in der wohligen Wärme und weiß, warum mir alles wehtut und wie sehr ich wieder über mich hinausgewachsen bin heute. Vielleicht liegt es an den Blicken meines Freundes und den Klamotten, die wieder so gut passen wie lange nicht mehr. Vielleicht ist es auch so, dass ich weiß, dass meine Trainerin ein guter Mensch ist, der mir nix Böses will, ganz im Gegenteil, und ich ihr deshalb jede Schinderei verzeihe. Vielleicht.
Zur Person: Sandrina Koemm kämpft seit 39 Jahren mit ihrem Gewicht. Sie ist freie Autorin, Bloggerin und berät Kunden aus der Gastronomie in Sachen Public Relations.
Super geschrieben!
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