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22.12.2015

Kurzurlaub in Berlin

Kleine Fluchten | in der Stadt

       13. April 2015       

Schulferien zu Ende? Ein Kurzurlaub mitten in der Stadt verspricht weiterhin Erholung und einen Hauch von Abenteuer.

Auf der ehemaligen olympischen Regattastrecke in Grünau gerät Harald Westphal ins Schwärmen. Der begeisterte Kanute, der von sich sagt, dass dieser Sport seine „zweite Fortbewegungsart“ ist, hat zehn Faltboote mit je zwei Paddlern um sich geschart und erzählt Geschichten von früheren Regatten. Die Kanutouren des Wahlberliners, der in den 80ern von Wismar nach Berlin umzog, sind perfekt geeignet für Sommerurlauber in Berlin und auch für Kajakamateure. Eine positive Einstellung zu sportlicher Betätigung sollte man allerdings mitbringen.

Der ehemalige Leistungssportler ist studierter Museumspädagoge und ein guter Entertainer, der die Kanuten beim Paddeln mit historischen Anekdoten unterhält. Besonders empfehlenswert ist seine Spree-City-Tour vom Treptower Park bis zur Schloßbrücke Charlottenburg, die auch als Paket mit Übernachtung auf dem Hostelschiff im Friedrichshain gebucht werden kann. In den Kojen werden die Urlauber vom Wellengang der Spree unter Deck sanft in den Schlaf geschaukelt. Nach fünf Stunden Paddeln wird man mehr Tiefenentspannung nahe der Oberbaumbrücke wohl kaum erreichen können.

Apropos: wer sich gleich zwei sportliche Tage auf dem Kajak zutraut, der sollte sich auf eine Tour über Köpenick mit Übernachtung im kultigen Hotel Neu Helgoland einlassen oder eine mehrtägige Floßfahrt von Floß und los dranhängen: vom Müggelsee bis zum Kalksee oder Werlsee. Bis zu fünf oder acht Personen finden Platz auf den beiden Modellen Tipi und Achter, die führerscheinfrei gesteuert werden können. Übernachtet wird an Bord in einer aufgedockten kleinen Holzhütte oder mit dem Zelt an Land.

„Einfach Isomatte und Schlafsack mitnehmen“, empfiehlt Juliane Pfeiffer vom Seebad Friedrichshagen. Die Geschäftsidee von Floß und los passt aber nicht nur für Kurzurlauber, die zwei Tage mit einer Übernachtung buchen, sondern auch für alle, die nur ein paar nette Stunden mit Freunden auf dem Wasser verbringen wollen. Letzteren sei auch die Tour auf einem Floß für bis zu 15 Personen empfohlen, die von der Oberbaumbrücke durch Berlin führt. Hier muss der „Kapitän“ allerdings einen Bootsführerschein mitbringen.

Deutlich weniger idyllisch, dafür aber urban und cool präsentiert sich der Scube Park am Columbiadamm. Ein paar Fahrradminuten entfernt vom alten Flughafen Tempelhof gibt es feste Betten in stylishen Kiefernholzhütten mit Glasfront. Dazu Duschen und Waschmaschinen in Gemeinschaftsräumen und das Gefühl, gegen herkömmliche Übernachtungsmodelle zu rebellieren. Die Reduktion auf das Notwendigste mag ein bisschen an Klassenfahrten erinnern, aber in Zeiten der Krise eine adäquate Haltung signalisieren. Urlaub als Statement der neuen Bescheidenheit!

Ein „Lückenschluss zwischen Zeltplatz und Hotel“ soll mit den Scubes geschaffen werden, erklärt Tanja Rathmann, die das Konzept als eine Art „komfortableres Camping” bezeichnet und die aktuelle Expansion nach einem Testlauf im Kreuzberger Prinzenbad 2011 mit tiefster Überzeugung begleitet. Der Übernachtungspreis schwankt saisonabhängig zwischen 39 und 99 Euro pro Nacht und Würfel, der maximal Platz für vier Personen bietet. Dazu gibt es einen Grillplatz, ein charmantes Gästehaus mit Sanitäreinrichtungen und einen Aufenthaltsraum mit All-you-can-eat-Frühstück für fünf Euro.

Wer aus Überzeugung lieber im Zelt übernachtet, ist auf dem Zeltplatz Kuhle Wampe gut aufgehoben. Es ist der vielleicht traditionsreichste Fluchtort innerhalb Berlins und der Name eine Reminiszenz an einen berühmten Film. Bertolt Brecht hatte Teile seines Films „Kuhle Wampe“ – eigentlich der Name einer Bucht – auf einem Zeltplatz am Müggelsee inszeniert. Der heutige Platz mit großem Baumbestand befindet sich allerdings auf einem anderen Areal und wird von einem engagierten Verein betrieben, der diese Stätte abseits des expandierenden Städtetourismus entwickelt und etabliert hat.

Mit Sportmöglichkeiten und Veranstaltungen für Kinder sollen auch Familien angesprochen werden, die nicht Mitglieder sind. „Die Eltern passen auch auf die Kinder der anderen auf“, sagt Platzwart Michael Pitzer, der mit dem Verein Seddiner Zeltler Köpenick e. V. nach der Wende um die Errichtung des Zeltplatzes gekämpft hat. Inzwischen leben auf dem Gelände viele Dauercamper, die sich mit Bootstouristen mischen, für die es zwei Gastliegeplätze gibt. „Paddelbootwanderer steigen bei uns aus, legen ihr Boot auf die Wiese und übernachten bei uns“, beschreibt Michael Pitzer das sommerliche Kommen und Gehen. Wasserwanderer werden neben Familien besonders gastfreundlich empfangen: Sie dürfen ihren Müll entsorgen und diese Geste ist Teil eines Umweltkonzeptes. Mülltrennung und Sauberkeit werden großgeschrieben. Das gilt auch für den angrenzenden Strand. Dort planschen die Gäste in der gepflegten Sandbucht der Großen Krampe.(asp)

Floß und los - Die Flöße bieten Platz für fünf oder acht Personen zur Fahrt außerhalb der Stadtgrenze. Innerhalb Berlins fahren Bootsführerscheinbesitzer mit dem Stadtfloss für 15 Personen. Müggelseedamm 216, Berlin-Köpenick, Tel. +49 30 645 57 56, www.flossundlos.de


Harley mieten - Motorradtouren auf eigene Faust oder mit Mitgliedern des Berliner Chapters der Harley Owners Group. Ausleihen kann man unterschiedliche Modelle von der Sportster bis zur Electra Glide. Salzufer 6, Berlin-Charlottenburg, Tel. +49 30 616 79 30, www.classic-bike.de

 

Hostelschiff Eastern Comfort - Übernachten auf der Spree mit Blick auf die Oberbaumbrücke. Frühstücksbuffet inkl. Getränken für 5 Euro. Aus Sicherheitsgründen nicht für Kinder unter 6 Jahren. Mühlenstr. 73, Berlin-Friedrichshain, Tel. +49 30 66 76 38 06, www.eastern-comfort.com

 

Kanutouren - Die Touren bieten nicht nur Aktivurlaub, sondern auch Stadtführungen aus Wasserperspektive. Übernachtungen auf dem Hostelschiff im Friedrichshain werden ebenso vermittelt wie in streckennahen Hotels. Kontakt über: Harald Westphal, Tel. +49 30 99 54 47 81, 0176-64 26 25 91, www.derkanutourist.de

 

Neu Helgoland - Das traditionsreiche Hotelrestaurant am Ufer der Müggelspree wartet mit einer über 100-jährigen Geschichte auf. Neuhelgoländer Weg 1, Berlin-Köpenick, Tel. +49 30 659 82 47, www.neu-helgoland.de

 

Scubes - In würfelförmigen Hütten schläft man unter einem Kiefernholzdach. Columbiadamm 160, Berlin-Tempelhof, Tel. +49 30 69 80 78 41, www.scube-parks.de

 

Spreearche - Schwimmendes Blockhausrestaurant mit an Deck geräuchertem Fisch, rustikaler Küche und Platz für bis zu 50 Personen bei schönem Wetter dank Nutzung der Sonnenterrassen. Zugang über ein hauseigenes Floß, welches am Naturbadestrand „Teppich“ am Müggelschlösschenweg anlegt. Müggelschlösschenweg (in der Nähe der Spreetunnels), Berlin-Köpenick, Tel. +49 172-304 21 11, www.spreearche.de

 

Zeltplatz Kuhle Wampe - Gepflegter Platz mit Veranstaltungen für Familien und zwei Gästeanlegern für Wassertouristen. Straße zur Krampenburg, Berlin-Köpenick, Tel. +49 30 659 86 21, www.zeltplatz-kuhle-wampe.de


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