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Theater

Kebab Connection im Theater | Mehr als Migrationshintergrund

       03. Dezember 2013       

Anno Saul, Regisseur des Films „Kebab Connection“, inszeniert für das Grips-Theater die gleichnamige Theaterversion der Clash-of-Culture-Komödie.

Die Ränge des Grips-Theaters sind am ersten Abend der Wiederaufnahme des Stückes „Kebab Connection“ komplett besetzt. Auch die Uraufführung im Februar und die Vorstellungen darauf waren sofort ausverkauft. Genauso wie der 2005 erschienene Film, der mittlerweile Kultstatus erreicht hat, reißt das Interesse beim Theaterstück offenbar nicht ab.

Das Grips will ein Theater für alle Generationen, Kulturen und Schichten der Gesellschaft sein und das spiegelt sich im Publikum wider. Mehr als die Hälfte des Publikums besteht aus Jugendlichen, die sich Cola-schlürfend auf den Sitzbänken lümmeln. Die Atmosphäre ist ausgelassen, alle warten gespannt auf den Beginn des Stücks, das sich vor allem mit der Frage nach der eigenen Zugehörigkeit bei Deutschen mit Migrationshintergrund auseinandersetzt. Die ist nämlich nach wie vor aktuell, auch wenn längst erkannt wurde, dass eine klare Zuschreibung nicht immer einfach ist. Soll nun von Deutsch-Türken oder Deutschen mit türkischem Migrationshintergrund gesprochen werden? Wie viele Generationen müssen in Deutschland geboren werden, bis der Migrationshintergrund keine Rolle mehr spielt?

Im Stück wird die Thematik mit viel Emotion und Humor verarbeitet, der oft beinahe in Slapstick übergeht, ohne jedoch ins Lächerliche zu kippen. Manchmal bleibt das Lachen allerdings auch im Hals stecken, wenn das Publikum realisiert, dass es mit eigenen Vorurteilen konfrontiert wird, die die Schauspieler unverhohlen aufgreifen, um sie dann spielerisch zu brechen. Das funktioniert im Theater sogar besser als auf der Kinoleinwand, weil die Darsteller unmittelbar mit dem Publikum interagieren, Szenen übertreiben und auf diesem Weg parodieren können. So gelingt Anno Saul eine freche, teils schrille Komödie, die selbst die Jugendlichen im Publikum für die gesamte Spieldauer von über zwei Stunden gebannt den Atem anhalten lässt. Letzten Endes geht es im Stück nämlich weniger um einen Deutsch-Türken, als um einen jungen Mann, der aus dem familiären Nest geworfen wird und plötzlich gezwungen ist, fliegen zu lernen. 

(mes)

Grips-Theater, Hansaplatz, Altonaer Straße 22, Berlin-Tiergarten, Tel. +49 30 39 74 74, www.grips-theater.de


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