21.08.2014

RBB-Reporter Ulli Zelle ist Kult.

Und er hat beachtlichen Soul in

seiner Stimme. Heute rocken „Ulli

und die grauen Zellen“ um 20 Uhr die

Freilichtbühne an der Zitadelle Spandau.

22.08.2014

Zur Eröffnung des Parkfestes im

Park am Gleisdreieck spielt Bela B.

ab 20 Uhr auf der radioeins-Bühne

ein Live-Konzert umsonst und draußen.

Bis 31.8. gibts täglich ein volles Programm.

21.08.2014

Kunst

DigiEnsemble | Musizieren 2.0

       09. Februar 2012       

Schlagzeug und Cello waren gestern: Matthias Krebs nutzt iPhone und Co als klassische Instrumente.

Bunt sind sie und oft ist der Unterschied zu gewöhnlichen Tasten und Saiten so groß, dass man über den Klang bei Berühren des Touchpads irritiert ist. App-Instrumente nennt Matthias Krebs die tönenden Anwendungsprogramme für Smartphones und Tablet-Computer, das dazugehörige Genre App-Musik. Krebs, der hauptsächlich als Musikpädagoge und Forscher auf dem Gebiet der Netzkommunikation arbeitet, strahlt vor Begeisterung, wenn er von seinem Ensemble erzählt: „Das Spannende an App-Instrumenten ist, dass sie so flexibel in der Handhabung sind. Ganz anders als ein Klavier.“

Seit die ersten iPhones und iPads für einen von Krebs geleiteten Musikmarketing-Workshop angeschafft wurden, dienen sie ihm als Grundlage für sein weltweit einzigartiges Projekt. „30 Millionen Deutsche haben ein Smartphone in der Tasche und komischerweise gibt es nur ein Ensemble, was App-Musik ausprobiert.“ Dabei muss man kein Profi sein, um auf der iPhone-Geige zu musizieren: Im DigiEnsemble spielt kaum einer der Musiker das Instrument, das er tatsächlich beherrscht.

Die Idee, Smartphones für musikalische Experimente zu nutzen, ist noch gar nicht so alt: Letztes Jahr veröffentlichte Björk mit „Biophilia“ das erste App-Album, auf dem mit den Melodien der einzelnen Songs gespielt werden kann. Im DigiEnsemble entstehen klassische Klänge und poppige Melodien größtenteils mit der App ThumbJam. Die ist bewegungsgesteuert und laut Krebs sehr instrumentenartig: „Wir haben Samples unserer Instrumente reingeladen, deswegen klingen die auch so toll.“ Klar, an den voluminösen Klang eines ganzen Orchesters kommen die kleinen Geräte nicht ran, aber mit Lautsprechern verstärkt klingt auch ein iPhone sehr nach Geige.

Die Performance ist da schon ein größeres Problem. „Wie man überhaupt hin kriegt, mit dem iPhone echte Musik zu machen – das war die Frage für 2011.“ So verständigen sich die im Halbkreis sitzenden Musiker zunehmend über die Ellenbogen des Nachbarn, die man auf sein iPhone starrend gerade noch erkennt.

Dabei steht das DigiEnsemble noch am Anfang: „Wir haben viele Ideen im Hinterkopf – die nächsten fünf Jahre sind verplant." Zurzeit arbeitet Krebs mit seinen Musikern an einer Fuge, deren einzelne Stimmen sich während des Auftritts durch die Zuschauerreihen bewegen und so ein neues musikalisches Raumbild schaffen sollen.

(amd)

DigiEnsemble, Tel. +49 177-737 39 39, www.digiensemble.de


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