18.05.2012

Berliner Realismus - im Schloss Biesdorf

zeigt die Akademie der Künste die Ausstellung

Orte – Menschen mit Gemälden

von Otto Nagel (1894 – 1967).

Die Vernissage heute ab 19 Uhr.

19.05.2012

Rented Rooms – Torben Höke 

zeigt Reisende in Indien, die

unterwegs zu sich selbst sind.

Buchpräsentation & Ausstellungseröffnung

ab 19:00 Uhr bei 25Books, Brunnenstr. 152.

18.05.2012

Umwelt

Spree 2011 | Nicht nur sauber, sondern rein

       15. Juni 2011       

Ein Pilotprojekt will die Wasserqualität der Spree verbessern so dass Baden im Fluss möglich wird. Im September soll die Anlage an den Start gehen.

Seit zwei Jahren kämpft Ralf Steeg für eine saubere Spree. Der Diplom-Ingenieur ist Kopf des Projektes „Spree 2011“, mit dem er die Wasserqualität des Flusses nachhaltig verbessern will. So sehr, dass man bedenkenlos darin baden kann.

Steeg kennt die Ursachen der Verschmutzung, die den Fluss seit Jahren belastet. Die Berliner Kanalisation mündet an 63 Stellen mittels der sogenannten Einleitungs- oder Überschussöffnungen direkt in die Spree. „Bei übermäßig starken Regenfällen die Berlin durchschnittlich 20-30 Mal im Jahr heimsuchen, wird überschüssiges Regenwasser, das die Kanalisation nicht mehr aufnehmen kann, wie bei einer Badewanne durch den Überlauf abgeführt und fließt dann ab in den Fluss“, erklärt er. Dadurch gelangen allerlei Schadstoffe wie Abfälle, Arzneimittel, Schwermetalle und Staub in die Spree und in anschließende Gewässer. Im Extremfall führt das zu Sauerstoffzehrung und massivem Fischsterben. Im Fluss baden möchte man unter diesen Voraussetzungen sicherlich nicht.

Mit einem Regenüberlaufbecken, das im Osthafen vor einer dieser Überschussöffnungen installiert werden soll, will Ralf Steeg versuchen, die weitere Verschmutzung einzudämmen. Die Maschine nimmt dann bei starkem Regen das auslaufende, dreckige Wasser aus der Kanalisation auf und leitet es, sobald der Regen nachlässt und der Wasserspiegel sinkt, wieder zurück. Danach folgt eine vollautomatische Reinigung des Containers, die mithilfe eines Filters sogar Luftemissionen beseitigt. Auf der Oberfläche der Anlage, die wie ein Floß vor dem Osthafen schwimmen sollte, plante er Freizeitangebote, ein Café und ein Kino (siehe Grafik).

So einfach das Konzept daherkommt, umso  komplizierter gestaltete sich zunächst die Umsetzung. „Für die Anlage war der Osthafen von den Behörden für das Pilotprojekt vorgegeben. Der Einleitungspunkt liegt an einem Grundstück, das erstens nicht bebaut war und seit vielen Jahren brach liegt und zweitens einer landeseigenen Gesellschaft gehört. Somit, sollte man annehmen, günstige Vorraussetzungen.” Doch der Grundstückseigener Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala) zeigte während der zähen, zweijährigen Verhandlungen zunächst kein Interesse an dem Bau der Anlage. Geschäftsführer Peter Stäblein machte deutlich, dass er eine Wertminderung des Grundstücks am Osthafen durch den Bau der Anlage nicht hinnehme. Erst im letzten November konnte der Vertrag nach zwei Jahren abgeschlossen werden. Weil feststand, dass die Anlage das Grundstück nur um ein Prozent abwerte und weil der Gesellschafter der Behala, das Land Berlin, es plötzlich doch wünschte.

Doch nun ist es soweit: „Wir bereiten gerade eine beschränkte Ausschreibung mit sieben Firmen vor. Das beste Angebot bekommt dann den Zuschlag“, so Steeg. Der Bau der Anlage soll drei Monate dauern und im September fertiggestellt sein. Der anschließende, zweijährige Probebetrieb wird von der Technischen Universität Berlin überwacht. Auf die Frage, wann man mit dem Baden in der Spree rechnen kann, erwidert Ralf Steeg: „Wir müssen erst einmal die Ergebnisse abwarten und schauen, wie vor allem die Politik reagiert.“

Was Ralf Steeg nicht durchsetzen konnte ist die Nutzung der Anlagenoberfläche. Ein Freiluftkino war geplant, lärmschonend mit Kopfhörerausgabe. Auch „Labels Berlin“, das Modezentrum am Osthafen war an einer temporären Nutzung interessiert und hätte die Anlage sogar kofinanziert. Doch weder Theaterbühne, Sonnendeck noch Restaurant wurden von der Behala genehmigt. Aus der Politik hatte sich Steeg dabei mehr Unterstützung erhofft, möchte er doch durch eine Nutzung als künstliche Insel „das Ufer beleben und die Stadt einfach schöner machen.“ In anderen deutschen Städten würden Inseln bisweilen extra angelegt, moniert er. Da half auch die internationale Reputation des Projekts mit Ausstellungen auf der Expo Shanghai und der Architektur-Biennale in Venedig, sowie die Auszeichnung vom Rat für Nachhaltige Entwicklung nichts.

(ld)


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