25.05.2013

Gerade haben zwei Restaurants eröffnet:

 La Soup Populaire und Soya Cosplay.

Nun kursiert das Gerücht,

dass die Tage von Goldneun

am Alex gezählt sind. Sehr schade!

13.05.2013

Wieder was Neues im alten Westen!

Die Vesper Bar eröffnet heute Abend

am Kurfürstendamm 160. Nur

geladene Gäste sind heute willkommen,

ab morgen kann jeder in die Bar im Bond-Stil.

18.04.2013

Studium

City Bound | Erlebnispädagogik

       14. Juni 2012       

In einem ungewöhnlichen Seminar lernen Studenten die Härte des Lebens auf der Straße kennen.

Freitag, 15 Uhr: Elf Studenten der Freien Universität Berlin geben vor dem Unigebäude ihre Wertsachen bei ihrem Professor ab. Sie tragen große Rucksäcke, Isomatten und Schlafsäcke. Vier von ihnen haben Fahrräder dabei.

Die Studenten stehen am Anfang eines Seminars, das die gewöhnlichen 90 Minuten bei weitem überschreiten wird. Bis Sonntag werden sie die Straßen Berlins unsicher machen – ohne Geld, ohne Handy, ohne Studentenausweis und vor allem ohne Schlafplatz und Essen.

„Wir durften neben Klamotten nur einen Apfel und ein Ei mitnehmen, die wir dann gegen Essen tauschen sollten,“ erklärt Juliane Domann, eine der Teilnehmerinnen. Im Praxistest zeigt sich: Das funktioniert nicht. Die Gruppe greift daher auf Resteverwertung aus Müllcontainern der großen Discounter zurück und fragt bei der Restaurantkette Nordsee nach unverkauften Fischbrötchen. Das klappt.

Auf der langen Aufgabenliste für das Wochenende stehen neben Aufgaben zum Geldverdienen, wie 'Verkauft Umarmungen für zehn Cent' oder 'Singt drei Lieder in einem Biergarten' auch Teamaufgaben, die soziale Felder betreffen, z.B. Gespräche in sozialen Einrichtungen führen oder Fotos von Stereotypen machen. Außerdem soll in bestimmten Einrichtungen auch die Geschichte der Stadt erfahren werden.

„Wir haben versucht alle Aufgaben zu erfüllen aber Umarmungen wollte uns wirklich keiner abkaufen,“ so Domann lachend. Bei manchen Aufgaben darf sich die Gruppe auch aufteilen. Die Herausforderung dabei: sich in Berlin wiederfinden, ohne Telefon und Geld. „Wir mussten unserem Professor ja auch immer von fremden Telefonen eine SMS schreiben oder ihn anrufen, wo wir schlafen und auch wo wir uns am Samstag zur Präsentation unserer bisherigen Erfahrungen treffen,“ so Domann. Aber auch dafür gibt es Auflagen, denn der Treffpunkt muss in einer Hotellobby eines Hotels mit mindestens vier Sternen sein – kein Problem im Ritz Carlton am Potsdamer Platz.

Problematisch wird es nachts, denn als erste Gruppe in zehn Jahren Projekterfahrung haben die elf Studenten Pech und finden an beiden Tagen keinen Schlafplatz. „Wir haben in Kirchen und Hostels gefragt, hatten aber kein Glück. Natürlich hätten wir auch im Obdachlosenheim schlafen können aber das wollten wir nicht, denn andere hatten den Schlafplatz wesentlich nötiger als wir,“ beschreibt Domann. Also schläft die Gruppe draußen. Die erste Nacht auf dem Campus der Technischen Universität Berlin ohne großen Erfolg. Dreimal werden sie gestört, einmal mit dem Satz 'Habt ihr euren Vollrausch ausgeschlafen?' „Man bekommt direkt einen Stempel aufgedrückt,“ erklärt Domann. Die zweite Nacht, auf dem Volleyballfeld der Freien Universität Berlin, wird lediglich von einem Fuchs gestört.

Schlussendlich weiß die Gruppe – jetzt nur noch zu neunt, denn zwei sind auf der Strecke geblieben – am Sonntag Mittag als das Projekt beendet ist, wie hart ein Leben auf der Straße ist. Domanns Fazit: „Verhungern muss hier keiner. An jeder Ecke gibt es Essen umsonst aber einen Schlafplatz zu finden ist wirklich hart. Man muss mit so vielen Vorurteilen kämpfen.“ Für sie war das Projekt nicht so problematisch, denn in einem Jahr Work&Travel in Australien machte sie schon ähnliche Erfahrungen. Andere, wie die zwei Studentinnen, die am Samstagabend aufgaben, hatten da schon eher Probleme. „Aber das Projekt hilft sehr im Umgang mit Geld und Obdachlosen. Wir haben z.B. auch Flaschen gesammelt um Geld zu verdienen. Außerdem muss ich jetzt immer alles teilen und bereue es sehr, wenn ich Essen wegwerfen muss.“

(ihe)


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