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22.12.2015

Fundstück

Secret Garden | Verblasster Varieté-Glanz

       25. September 2012       

Durch Zufall entdeckten Immobilienentwickler in Mitte ein verfallenes Varietétheater aus den Zwanzigern. Jetzt wird restauriert – und überlegt, was mit dem alten Schätzchen anzufangen ist.

„Der Saal kocht in Farben, Musik, Lärm, Staub und Gebraus –die Frauen schwimmen im Tanzmeer, das spült sie aus den Logen heraus“, schrieb Kurt Tucholsky.

Kaum ein deutscher Lyriker hat das Berlin der 20er Jahre auf solch treffende Weise eingefangen. Heute bleibt uns nur der Blick in Tucholskys Schriften oder auf zerstreute Überreste wie Clärchens Ballhaus, die von Berlins glamourösen Zeiten im 20. Jahrhundert zeugen. Hätte Dirk Moritz nicht im Jahre 2008 seine Tochter ins Stadtbad Mitte begleitet, und hätte er an diesem Tag nicht zufällig in den benachbarten Hinterhof gespäht, dann wäre Berlin jetzt nicht um ein weiteres Artefakt vergangenen Glanzes reicher.

Dirk Moritz trieb den Hausmeister des leerstehenden Gebäudes in der Gartenstraße auf, der tatsächlich einen Schlüssel parat hatte und dem Immobilienentwickler Zutritt gewährte. Was sich vor ihnen im Inneren des von außen völlig heruntergekommenen Hauses entfaltete, ließ die beiden Männer staunen. Meterhohe Decken, Wandmalereien, ein gigantischer Ballsaal und eine Bühne. Moritz war auf ein ehemaliges Varietétheater gestoßen.

Er führte Recherchearbeiten zur Vergangenheit des Hauses durch, befragte Nachbarn und konsultierte Archive. Dabei stellte sich heraus, dass das Haus einst die „Kolibri Festsäle und Kabarett“ beherbergte, einer Institution im Nachtleben der goldenen Zwanziger, denen der zweite Weltkrieg ein jähes Ende gesetzt hatte. Mittlerweile gehörte es einer tschechischen Erbengemeinschaft, die es völlig vergessen hatte. Die Moritzgruppe kaufte das Grundstück. 2011 begannen die Entrümplungsarbeiten und Restaurierungen der Wandmalereien.

Und was wird nun aus den ehemaligen Kolibri Festsälen? Bis zum 13. Oktober werden sie von der Galerie Neugerriemschneider genutzt. Darüber hinaus ist noch nichts in Stein gemeißelt. Weil der „Secret Garden“, wie ihn Dirk Moritz getauft hat, in einem Wohngebiet steht, wird eine Neubelebung des Tanzlokals schwierig. Wahrscheinlicher ist eine kulturelle Einrichtung, die Privat- und Ausstellungsräume kombiniert.

(glo)

Mehr Informationen unter www.moritzgruppe.de


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