26.05.2013

Gerade haben zwei Restaurants eröffnet:

 La Soup Populaire und Soya Cosplay.

Nun kursiert das Gerücht,

dass die Tage von Goldneun

am Alex gezählt sind. Sehr schade!

13.05.2013

Wieder was Neues im alten Westen!

Die Vesper Bar eröffnet heute Abend

am Kurfürstendamm 160. Nur

geladene Gäste sind heute willkommen,

ab morgen kann jeder in die Bar im Bond-Stil.

18.04.2013

Kolumne

Als Familienmanagerin im Dauereinsatz | Oder: Smartphones für smarte Mütter

       20. April 2012       

Mehr als drei gute Gründe einmal unerreichbar zu sein.

Ich bin in einer Führungsposition. Seit einem halben Jahr führe ich einen vierköpfigen Haushalt oder wie es im passenden Werbespot heißt: „Ich arbeite in der Kommunikationsbranche und im Organisationsmanagement, außerdem gehören Nachwuchsförderung und Mitarbeitermotivation zu meinen Aufgaben oder kurz ich führe ein sehr erfolgreiches kleines Familienunternehmen!“ (Vorwerk, 2006). Klar, dass ich einen Firmenwagen und ein Diensthandy besitze, aber muss ich deshalb auch jederzeit erreichbar sein?

Ich denke nicht. Denn welcher Geschäftspartner oder Kunde würde schon von einer Projektmanagerin mit mehr als 60 Stunden Arbeitszeit pro Woche erwarten, dass sie immer sofort ans Telefon geht? Anders verhält es sich mit meinem Umfeld. Dort kriege ich permanent Sprüche zu hören wie: „Ich habe die Hoffnung aufgegeben dich spontan zu erreichen!“, „Du bist ja schwerer zu kriegen als Angela Merkel!“ (Zitat mein Vater) oder „Wo steckst Du denn schon wieder?!“. Natürlich bin ich mehr als dankbar für die mobilen Kommunikationsmöglichkeiten und besitze mittlerweile ein Smartphone, welches ich brav 24/7 mit mir herumtrage. Wie viel weniger würde ich erledigen können, wie unflexibel wäre ich in meiner Tagesplanung und wie viel seltener könnte ich spontan andere Mütter auf dem Spielplatz treffen?

Dennoch empfinde ich die ständige Erreichbarkeit auch als Fluch. Denn sobald ich nicht umgehend ans Handy gehe, muss ich mich erklären und entschuldigen, befinde ich mich in der Bringschuld des Rückrufens. Und da ich die permanent geforderten Rechtfertigungen satt habe, hier und heute, ein für allemal, eine kleine Aufstellung an Gründen NICHT ans Telefon zu gehen. Zunächst wären da die unzähligen Außer-Haus-Situationen einer Familienmanagerin: Während der Autofahrt (Vorbildfunktion), beim Bringen in bzw. Abholen aus der Kita (zwei Mal pro Tag), bei Arztbesuchen (derzeit zwei pro Woche), an der Supermarktkasse (die Kassiererin legt ein ordentliches Tempo vor), im Treppenhaus (vollbepackt mit einem 80 Euro Großeinkauf). Aber auch zuhause bzw. gerade zuhause habe ich gute Gründe, nicht sofort abzuheben.

1. Ich höre das Telefonklingeln nicht. Warum? Weil es unzählige Haushaltsgeräte gibt, die im eifrigen Einsatz das Klingeln übertönen. Dazu gehören der Staubsauger, die schleudernde Waschmaschine sowie Stand-, Hand- und Stabmixer im Turbogang (letzterer neuerdings im Dauereinsatz für selbstgekochten Babybrei). Manchmal übertönen wir auch selber das Klingeln. Da schreit der Säugling wegen quersitzender Pupse, der Dreijährige im Trotzanfall: „WILL ABER NICHT (SCHLAFEN, PIPI MACHEN, DUSCHEN, ESSEN, KITA…)!“ und ich in meiner Verzweiflung: „MUSST DU ABER!“

2. Brenzlige Situationen. Wie allgemein bekannt ist, passieren die meisten Unfälle zu Hause. Somit gibt es gerade in den eigenen vier Wänden mit Kindern riskante Tätigkeiten, die keine Unterbrechung erlauben. Dazu gehören Säuglinge baden, Dreijährige duschen sowie Windelkinder wickeln (mehrmals täglich, Wickeltischhöhe 90 cm). Dazu kommt Kinder an-, um- oder ausziehen (im Schnitt drei Mal täglich) und Kochen (Gasherd plus Backofen). Ein ablenkendes Telefonat hätte zu 99 Prozent die Folge, dass mir auf mindestens einer der drei offenen Flammen schlichtweg was anbrennt oder Feuer fängt (sei es der Milchreis, ein Küchentuch oder mein Sohn). Letztlich ist natürlich auch jede Mahlzeit mit Kindern eine „brenzlige Situation“.

3. Das Handy ist im Lautlos-Modus. Insbesondere während unseres penibel trainierten, zweistündigen Zu-Bett-geh-Rituals wären jegliche Unterbrechungen durch ein Telefonat fatal. Zähne putzen und Töpfchentraining bedürfen einer gewissen Sensibilität und müssen ebenso ungestört verrichtet werden wie Vorlesen, Vorsingen und Spieluhr-Hören (in eben dieser Reihenfolge). Aus diesem Grunde stelle ich mein Handy und die Türklingel zwischen 18 und 20 Uhr stumm.

In Zeiten von Smartphones ist das stille Örtchen eben auch nicht mehr das, was es einmal war; zumindest nicht für Familienmanager. Sobald die Kinder im Bett sind, telefoniere ich meine den Tag über erstellte Rückrufliste ab: vom Klo, aus der Badewanne, von der Couch. Schließlich bin ich zuverlässig, kommunikativ und motiviert. Und wenn es sein muss, mache ich eben Überstunden. Ist ja so üblich, in Führungspositionen.

(sjb)


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