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Pop-Up Restaurant

Eine Köchin aus Taiwan | lädt ein

       07. März 2017       

Bei Phoebe – so nennt sie ihren Berlin-Supperclub – finden feine chinesische Abende statt

„Wir laden uns einfach immer mal wieder Gäste ein, wie bei chef at home“, diese Idee kam Phoebe Wang schon, als der Umzug von Taipeh nach Berlin anstand. „Chef at home“ ist sehr beliebt auf der Insel Taiwan: Privatpersonen laden Freunde zu sich nach Hause, ein bekannter Koch kümmert sich um die feinen Speisen. Mit ihrem Mann Matthias Möhlig und ihrem einjährigen Sohn kam sie 2009 in die Hauptstadt. Die gebürtige Chinesin lernte erst in Berlin das Konzept Supperclub kennen. Da war klar, wie sie ihre Talente als kreative Köchin auch in Berlin einsetzen konnte. Seit 2010 laden die beiden zu sich nach Hause an die lange Tafel. 

Schon als Kind durfte Phoebe Wang fleißig in der Küche mithelfen. Ihre große Familie hatte immer viel Lust auf abwechslungsreiche Speisen. Aufgewachsen in Qingdao, einer Provinz in der Volksrepublik China, lernte sie nicht nur die regionalen Gerichte kennen, sondern auch eine Vielzahl an Speisen aus Sichuan, Hong Kong, Beijing und Shanghai. Zusammen emigrierte die Familie später auf die Insel Taiwan, von da an standen auch Essen aus der neuen Heimat und aus Japan auf dem Speiseplan. 

„Meine Frau arbeitete zunächst als Creative Director in der Werbebranche, bevor sie zusammen mit ihrem damaligen Ehemann ein französisches Restaurant eröffnete“, erzählt Matthias Möhling. In den 90er Jahren herrschte auf Taiwan, ähnlich wie in China, große Aufbruchstimmung. Viele zahlungskräftige Ausländer kamen ins Land und wollten gut essen. Die Lebens- und Esskultur Frankreichs hatte in Taiwan auch immer schon einen guten Ruf, aber es gab noch kein französisches Restaurant. Was lag also näher, als das Restaurant Louis XI in Taipeh zu gründen, dachte sich Phoebe. Sie machte sich in den folgenden Jahren immer wieder auf den Weg nach Frankreich um immer besser französisch zu kochen.

In einem Restaurant an der Cote d‘Azur lernte sie mehrere Monate die hohe Kochkunst, sie besuchte Kurse an der Université du Vin und stand in Paris unter anderem mit dem doppelbesternten Guy Martin am Herd und kochte im Dreisternerestaurant Le Meurice mit Yannick Alleno und 2007 lernte die erfolgreiche Köchin und Unternehmerin ihren jetzigen Ehemann kennen. Der Kölner pendelte beruflich zwischen Taipeh und Stuttgart und zog dann nicht nur der Liebe wegen für zwei Jahre in die Hauptstadt Taiwans. „Namensgeberin für unseren Supper Club ist meine Frau Phoebe“, erzählt Matthias Möhlig. Am ersten Abend dieser Art kochte die Neuberlinerin ganz französisch. Es hätte etwas besser gebucht sein können. „Es gab wenig moderne und gehobene chinesische Restaurants in Berlin“, das ist Phoebe Wang schon bald aufgefallen. Also konzentrierte sie sich wieder darauf, asiatisch zu kochen und der erste chinesische Supperclub „schlug ein wie eine Bombe“.

Jetzt kocht sie in ihrer gut ausgestatteten Küche hauptsächlich Speisen aus China. Phoebe lässt sich immer wieder neue Kreationen traditioneller Gerichte einfallen und achtet dabei darauf, dass es leicht und bekömmlich ist. Von der französischen Küche inspiriert bereitet sie die chinesischen Gerichte von den Saucen getrennt zu, was den Speisen einen viel intensiveren Geschmack gibt und auch moderne Variationen erlaubt. „Ich möchte damit meinen Gästen ein besseres Verständnis für das variantenreiche und gesunde chinesische Essen ohne künstliche Aromen oder Geschmacksverstärker geben“, so Phoebe.

Die zehn Gänge des Menüs werden von ihr selbst und einem Assistenten ausschließlich aus frischen Produkten von hoher Qualität zubereitet. Da gibt es dann auch schon mal Cross over-Speisen wie frittierte Oliven mit Wasabi und Fischrogen oder Crème Brulée aus grünem Tee. Die klassischen chinesischen Klebereisbällchen, für den westlichen Geschmack ungewöhnlich lasch, serviert sie mit einer delikat eingekochten und kräftig gewürzten Pflaumensauce. Nur einmal hat sie ihrem Mann zuliebe 1000-jährige Eier serviert, aber nur unter Protest. Bei den Gästen kam das salzig-grünliche Gericht zunächst ganz gut an. Erst als sie erfuhren, was sie da gegessen hatten, wurde ihnen auch ganz grünlich zumute. Seither gab es das nicht wieder.

Phoebe und ihr Sohn sind im Sommer immer für sechs Wochen in Taipeh. Wenn sie zurückkommt, bringt sie ganz besondere Zutaten mit, die sie in den sonst recht gut sortierten Geschäften in Berlin nicht bekommt. Leider reichen die mitgebrachten Vorräte nur für einen Abend: Für die Gäste des nächsten chinesischen Supperclubs im September wird es also ganz besonders spannend. 

Wer an einem Abend mit exzellenten, französischen Speisen teilnehmen möchte, kann sich bei den Gastgebern nach einem Termin erkundigen. Phoebe-in-Berlin bietet auch einen Catering Service, Geschenkkörbe und Kochkurse an. Weitere Informationen dazu auf der Webseite.  (mh)

Phoebe in Berlin -Kreative Kochschule und Supperclub, Tel. 030 85 61 20 09, www.phoebe-berlin.de, die nächsten Termine sind am 31.März und am 21.April um 19.30 Uhr; maximal 12 Personen, Zehn-Gänge-Menü, inklusive Wasser und Aperitif 65 Euro, Weiß- und Rotwein werden extra berechnet.


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